Im Dezember 1883 wurde von einigen Einwohnern der Orte Winzeldorf und Bönningstedt die Idee verfolgt, den Familienverein Bönningstedt zu gründen. Zur ersten Beratungsversammlung traf man sich am 15. Dezember 1884. Erschienen waren 25 Personen von Rang und Namen, auch heute noch bekannte Familien im Ort. Es wurde ein provisorischer Vorstand gewählt, um über die zu entwerfenden Statuten beraten zu können. Am 30. Dezember 1884 war es dann soweit, mit dem Segen der Kirche, damals erforderlich, wurde der Familienverein Bönningstedt endgültig aus der Taufe gehoben. Man einigte sich auf den Namen Familienverein „Concordia“ zu Winzeldorf -Bönningstedt. Auf der folgenden Generalversammlung, am 7. Februar 1885, wurde dann gleich der Termin für den 1. Ball des Vereins festgelegt. Die Statuten des Vereins : Geselligkeit, Frohsinn und Kameradschaft wurden auf dem 1. Ball mit Musik und Tanz eingeläutet.

Dieses Foto wurde uns freundlicher Weise vom Heimatverein Bönningstedt zur Verfügung gestellt. Ein herzliches Dankeschön vom Familienverein Bönningstedt.
Es zeigt den “ Club Gemütlichkeit “ um 1900 und vermutlich sind auf diesem Foto Mitglieder des Famileinvereins Bönningstedt unterwegs mit dem Ziel, diesen Tag mit Geselligkeit, Frohsinn und Kameradschaft gemeinsam mit ihren Clubkameradinnen und -Kameraden auf einem Ausflug mit Pferd und Wagen zu verbringen.
Zum Heimatverein Bönningstedt gehts hier lang !
So hatten doch die Bürger von Winzeldorf und Bönningstedt mit der Gründung des Vereins bereits 1884 eine soziale Gemeinschaft beschlossen, welche dann 1942 mit der gemeindlichen Zusammenlegung besiegelt wurde.
Und ist ein Verein erst einmal gegründet, geht es los.
Man könnte auch sagen, das ist heute nicht anders ……ein Ereignis zieht das nächste nach!
Bald nach dem 1. Ball wurde bereits ein Nutzungsplan der vier ansässigen Schankwirtschaften in beiden Gemeinden beschlossen, um eine ausgewogene Auslastung der Festsäle mit Tanzboden zu erreichen.
Ferner wurde auch das Aufgabengebiet des Vereinboten geschaffen. Ob man der Post nicht vertraute, kann man heute nur vermuten, vielleicht hatte es auch finanzielle Gründe? Es wurde ein Herr, von Beruf Schneider, ausgewählt, um den nötigen Informationenbedarf an die Mitglieder zu gewährleisten. Für jede zu erledigende Tour erhielt der Vereinsbote zu der Zeit 3 Mark und bei Bällen übernahm er wohl auch die Kasse und erhielt dafür 1,50 Mark.
Damit die Bälle nicht „aus den Fugen“ gerieten, wurde festgelegt, dass ein jedes Vereinsmitglied auch als „Tanzordner“ zu fungieren hatte, um „Ruhe und Ordnung“ auf der Tanzveranstaltung zu halten.
Aus heutiger Sicht fast unglaublich, aber für die damalige Zeit vermutlich normal und sehr wichtig, war die Regelung: „Unverheiratete haben keinen Zutritt“ ! Also, auch moralisch wurde für Ordnung gesorgt.
Die Musik wurde vom gegenwärtigen Musikus gestellt, er engagierte dazu noch 6 Musiker, die jeweils eine Gage von 9,00 Mark erhielten. Interessant ist aus heutiger Sicht im Jahre 2025 eine Einnahmen /Ausgaben Rechnung: Einnahmen: 106,00 Mark, Ausgaben: 104,20 Mark, Überschuß: 1,80 Mark
In Wikipedia nachzulesen entspräche eine Mark im deutschen Kaiserreich im Jahre 1873 einem Wert von 7,80 € und im Jahre 1900 einem Wert von 8,40 €. Nach dem 1. Weltkrieg im Jahre 1918 hatte die Mark dann nur noch einen Wert von 2,10 Euro. Um 1900 verdiente ein Facharbeiter oder eine ungelernte Kraft zwischen 80 und 150 Mark und ein Kilogramm Brot kostete ca. 23 Pfenninge. Im Jahre 1918 kostete ein Brot bereits um 1 Mark bei einem fast gleichem Einkommen von 100 bis 150 Mark.

Der Club „Gemütlichkeit“ um 1923
Wie an der Werbeaufschrift zu erkennen, hat der Unternehmer Wäbs seinen Lastagen für dieses Ereignis zur Verfügung gestellt. Um welches Ereignis es sich handelte, können wir nicht mehr in Erfahrung bringen und können nur vermuten, dass es sich sicherlich um eine besondere sonntägliche, vielleicht auch tradionelle Veranstaltung der Gemeinde gehandelt hat, zu der die Mitglieder des Vereins zusammen gekommen sind.
Wir können ebenso nur vermuten, dass es sich um den Familienverein „Concordia“ zu Winzeldorf und Bönningstedt von 1884 handelt, es ist aber äußerst naheliegend. Vielen Dank dem Heimatverein auch für die Aushändigung dieses Fotos.
Quellennachweis: Der Text zu den historischen Begebenheiten des Vereins, wie auf dieser Seite beschrieben, sind der Festschrift zum 100 jährigen Bestehen des Familienvereins „Concordia“ im Jahre 1984 entnommen !
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